Wie Städte und Gemeinden den Praxisverkauf unterstützen

05. Jun 2019

Wie Städte und Gemeinden den Praxisverkauf unterstützen

Es kann eine große Herausforderung sein, die eigene Arztpraxis in gute Hände zu übergeben. Mal liegen die Vorstellungen zu weit auseinander, mal fürchten potenzielle Nachfolger hohe Kosten, mal erscheint die Gegend auf den ersten Blick nicht attraktiv. Gehen einer Stadt oder Gemeinde die Ärzte aus, ist das jedoch ein schwerer Verlust.

Familien möchten keine Immobilie in einer Stadt kaufen, in der kein Arzt praktiziert, Firmen siedeln sich lieber dort an, wo ihre Mitarbeiter gut leben können … das Problem zieht Kreise. Bürgermeister in Städten und Gemeinden werden daher immer einfallsreicher, wenn es um die Gewinnung von Ärzten geht. Dies können auch Sie nutzen, wenn Sie Ihren Praxisverkauf planen.

Beim Praxisverkauf Bürgermeister und Gemeinde einbeziehen

Wenn Sie Ihren Praxisverkauf planen – idealerweise schon drei bis vier Jahre im Voraus – sollten Sie nicht zögern und die Verantwortlichen Ihrer Stadt oder Gemeinde ansprechen. Im Gespräch entstehen Ideen und über das gemeinsame Netzwerk lassen sich die Aktivitäten oft schneller planen und umsetzen. So wird das Thema Praxisnachfolge einfacher.

Arztsuche kreativ: Ideen aus Städten, Gemeinden, Regionen

Um einen Mediziner zu finden, denken sich Städte und Gemeinden heute vieles aus. Auch wenn nicht jede Idee zu jedem Ort passt – die kreativen Ansätze regen dazu an, eigene Ideen zu entwickeln. Wir haben einige für Sie zusammengestellt:

  • "Willkommensumfeld“ schaffen: z.B. durch günstige Immobilien bzw. Mietpreise für neue Ärzte, Vermittlung von Kita-Plätzen für deren Kinder, Unterstützung beim Umzug und weitere Aktivitäten, die von Anfang an Sympathie wecken.
  • Stellenwert der Gesundheit betonen: Wenn Städte und Gemeinden zeigen, dass die gesamte Region „Gesundheit lebt“ und dass vor Ort auch Therapeuten, Kliniken, Pflegedienste und Weitere aktiv sind, ergibt das ein gutes Bild für den Praxisübernehmer. Hier ist er (oder sie) nicht allein, sondern kann im Team arbeiten.
  • Zusammenarbeit von Kommunen mit den zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen. Diese können mit ihrem Know-how bei der Ansprache potenzieller Praxisnachfolger unterstützen.
  • Mentorenprogramme, bei denen erfahrene Hausärzte jungen Mediziner/innen Medizinstudierende begleiten (Beispiel aus Gifhorn: www.allgemeinarzt-online.de)
  • Prämien für die Vermittlung von Medizinern, beispielsweise der „Finderlohn“ der Gemeinde Ellhofen (www.stimme.de)
  • Unterstützung beider Karrieren, wenn Mediziner/innen mit Partner/in in die Region ziehen. Beispiel: Dual Career Netzwerk SüdOstNiedersachen: www.allianz-fuer-die-region.de
  • Auch die Etablierung neuer Versorgungsformen kann eine Alternative sein. So kommt es vielen jungen Ärztinnen und Ärzten entgegen, wenn die Arztstelle sinnvoll unter mehreren Kollegen aufgeteilt werden kann oder wenn die Verwaltung durch Kooperationsmodelle, den Aufbau eines MVZ o.ä. einfacher wird. Beispiel: Gesundheitshaus in Itzehoe (www.aerztezeitung.de) oder MEDIS Ärztenetz in Südbrandenburg (www.medis-netz.de).
  • Mobile Systeme wie Patientenbusse (z.B. in Hessen: www.medical-tribune.de) können die Versorgung ebenfalls ergänzen.

Gezielte Arztförderung für Hausärzte, Landärzte, Neu- & Quereinsteiger

Praxisabgeber, Städte und Gemeinden können auch gezielt auf Fördermöglichkeiten hinweisen. Diese reduzieren das (oft gefühlte) finanzielle Risiko und existieren in zahlreichen Varianten: für verschiedene ärztliche Fachrichtungen, für die Niederlassung in bestimmten Regionen oder Bundesländern sowie für alle Phasen von der PJ-Zeit über die Weiterbildung bis zum Praxiskauf.

Erste Informationen finden Sie beispielsweise hier (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Rheinland-Pfalz: Förderprogramme für Hausärzte auf den Seiten der Landesregierung: hausarzt.rlp.de
  • Hessen: In die Praxis, fördern, los! www.kvhessen.de
  • Nordrhein-Westfalen: Hausärztliche Versorgung in Gemeindet mit gefährdeter Versorgung (Hausärzte-Förderrichtlinie): www.foerderdatenbank.de
  • Nordrhein-Westfalen: Förderung von (Quer)einsteigern in die Allgemeinmedizin: www.kvno.de
  • Brandenburg: Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin (und in anderen Bereichen): www.kvbb.de
  • Bayern: Förderungen im Bereich ärztlicher und physiotherapeutischer Nachwuchs: www.kvb.de/nachwuchs
  • Schleswig-Holstein: Mehr.Arzt.Leben! mit Fördermöglichkeiten für Medizinstudium, Weiterbildung und Niederlassung: mehrarztleben.de
  • Baden-Württemberg: Förderprogramm für neue Hausärzte auf dem Land: sozialministerium.baden-wuerttemberg.de
  • Bundesweit: Stadt.Land.Gesund. Projekte und Initiativen zur Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen: www.aok-bv.de
  • Viele weitere Informationen inkl. Hinweisen auf Fördermöglichkeiten finden Sie auch unter www.lass-dich-nieder.de, einer Website der KBV.

 

Attraktivität via Praxishomepage bzw. Praxiswebsite steigern

Ihr Praxismarketing spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um die Ansprache potenzieller Nachfolger geht. Wenn mögliche Praxisnachfolger auf Sie aufmerksam geworden sind, zählt der erste Eindruck. Während ein Exposé oft eher Zahlen sprechen lässt, können Sie mit Ihrer Praxishomepage und der gesamten Praxiswebsite auch Emotionen vermitteln und Begeisterung wecken. Wenn nicht nur das Praxismarketing, sondern auch die Onlinepräsenz der Gemeinde attraktiv und einladend wirkt und den Stellenwert der Gesundheit betont, unterstreicht das den positiven Effekt noch mehr.

Wenn Sie sich mit dem Thema Praxisverkauf / Praxisübergabe befassen, lesen Sie auch „Fit für die Praxisnachfolge: Was die Website leisten kann.“ im webaktiv Magazin.

webaktiv sein.

Bleiben Sie informiert mit unserem Newsletter

Ja, ich möchte den webaktiv-Newsletter abonnieren. Der Widerruf ist jederzeit unter info@praxis-webaktiv.de möglich. 

Newsletter